Thomas Pynchon – Inherent Vice
(dt. Titel: Natürliche Mängel)
Der amerikanische Autor Thomas Pynchon ist (außer dadurch, dass er sich seit 40 Jahren nicht in der Öffentlichkeit hat blicken lassen) vor allem durch seine komplexen Romane bekannt und so hatte ich mich bis jetzt nicht an eines seiner Werke herangetraut. „Inherent Vice“ sei ein eher untypisches Werk für ihn, hörte ich in einer Rezension und da es sich auch noch um eine Detektivgeschichte handelt, dachte ich, ich könnte es mal versuchen. Und weiß nun, dass ich ein weiteres (vielleicht typischeres) Pynchon-Buch wahrscheinlich eher nicht lesen werde…
Die Geschichte: Los Angeles zu Beginn der 70er Jahre. Privatdetektiv Larry „Doc“ Sportello ist im Milieu der Kiffer, Hippies und Surfer daheim. Als ein örtlicher Baulöwe und Liebhaber seiner Ex-Freundin verschwindet, versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen, während Polizei, FBI und ein mysteriöses Syndikat ihm Steine in den Weg legen.
Der Pauls sagt: Mehr als in dieser kurzen Inhaltsangabe lässt sich über die Geschichte eigentlich nicht sagen, denn wichtiger als die Handlung scheint dem Autor die üppige Beschreibung des „Settings“ dieses Romans zu sein – ständig wird gekifft, gegessen, mit dem Auto gefahren, Fernsehen geschaut und Musik gehört. Die Fülle an Personen, die irgendwie oder auch nicht mit Docs „Fall“ zu tun haben, ist nahezu verwirrend. Und mittendrin eine Hauptfigur, die eigentlich nicht wirklich Detektivarbeit leistet, die eigentlich nicht wirklich etwas herausfindet, sondern sich treiben lässt, der beinahe zufällig neue Informationen zufliegen. Im Grunde überhaupt nicht mein Fall, dieses Buch, was mich bei der Stange gehalten hat, sind die vielen witzigen Dialoge zwischen schrägen Gestalten.
Bir gün, bir kelime: detektif – Detektiv