Bu ne kadar? (Istanbul-Tagebuch 4)

9. Februar 2010

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Unser letzter Tag in Istanbul führte uns zunächst mal in die fast 1500 Jahre alte Yerebetan-Zisterne, den beeindruckenden ehemaligen Wasserspeicher des kaiserlichen Palastes (auch hier übrigens wieder zu Alis großem Ärger kostete der Eintritt für Türken nur die Hälfte und wieder war das nur zu lesen, wenn man des Türkischen mächtig ist). Für die kleine Digicam war es dort unten leider zu dunkel zum Fotografieren, hier gibt’s aber einen guten Eindruck. Dann (nach einer kleinen Teepause) ging’s endlich zum Kapalı Çarşı, dem Großen Basar.



Wer in Ruhe ein bißchen stöbern will, der ist hier vielleicht falsch. Stöbern – kein Problem. In Ruhe – nicht zu machen. Alles, was nach Tourist aussieht, wird sofort in allen Sprachen bestürmt. Aber alle Händler sind freundlich und wenn man einfach stur oder nett lächelnd weitergeht, kann man sich dieses riesige Labyrinth gemütlich anschauen. Und wer ein bißchen orientalisches Basar-Feeling braucht oder ausprobieren will, handelt um ein Souvenir, wie ich es natürlich auch gemacht habe. Was, das kann ich hier nicht sagen, da es ein Geschenk wird, nur soviel: von 25 Lira ging’s auf 15 Lira runter, aber meine erfahrenen Mitreisenden meinten, mindestens noch 5 Lira hätte ich weiter runtergehen können. Naja, beim nächsten Mal… ;-)

Dann war es Zeit zum Mittagessen. Und da Ali mir schon seit Monaten in den Ohren liegt, dass ich unbedingt mal Iskender Kebap ausprobieren müsste, den es in Deutschland nicht überall und natürlich nirgendwo so gut wie in der Türkei gibt, hat sich Ali nach dem besten Iskender der Gegend erkundigt und es war wirklich extrem lecker…


Danach ging es dann noch zum Dolmabahce-Palast, der aber leider schon seit einer halben Stunde geschlossen hatte, so dass wir das auf unseren nächsten Besuch verschieben mussten, ebenso wie die eigentlich für heute geplante Schiffstour, die bei Wolken und 3 Grad bestimmt kein großer Spass geworden wäre. Also, ich muß wiederkommen… ;-)

Der Pauls sagt: freut sich jetzt aber auch wieder auf daheim.


…ama normal olarak dans etmem! (Istanbul-Tagebuch 3)

8. Februar 2010

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Hoffentlich geht’s nicht so lang, ich bin jetzt schon bissl müde” schrieb ich ja gestern Abend, bevor wir zum Restaurant nach Kumkapı aufbrachen. Oh Mann, ist die Zeit dann schnell vergangen! Das war einer der kurzweiligsten Abende seit langem, mit frischem Fisch aus dem Meer, Live-Musik, Bauchtanz, Wahrsagerei aus dem Kaffeesatz und vor allem einem Haufen toller Menschen (Alis Freunde), die alle extrem nett zu ihren Gästen aus Deutschland waren. Es war schon gut, dass einige auch gut Englisch sprachen, aber sie haben unsere Türkischkenntnisse auf die Probe gestellt und manches hat ganz gut geklappt… ;-) Ein toller Abend und auf einmal waren schwuppdiwupp fünf Stunden um.


Das heutige Programm begann dann mit der Besteigung (naja, wir sind Fahrstuhl gefahren) von Galata Kulesi, dem Galata-Turm. Interessantes Detail am Rande: Ausländer zahlen doppelt so viel Eintritt wie Türken. Besonders offensiv will man damit allerdings nicht umgehen, denn während für jedermann “Entry 10 TL” zu lesen war, war der Eintrittspreis für Türken ausgeschrieben (“Beş”). Naja, der Ausblick war auch die 10 Lira wert.


Als nächstes ging es zum Gewürzbasar (Mısır Çarsısı)…


…und dann zum shoppen auf der İstiklal Caddesi.


Der Pauls sagt: Wenn der Ali nur nicht immer handeln wollen würde… ;-)


İstanbul’da yağmur yağıyor (Istanbul-Tagebuch 1 & 2)

7. Februar 2010

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Eigentlich wollte ich gestern schon ein paar Eindrücke von Anreise und dem ersten Abend in Istanbul schreiben, aber nachdem dann nach der Anreise und der ersten Erkundungstour durch “unser” Viertel Beyoğlu mit Abendessen noch eine dreistündige Fahrt … naja, “Fahrt” kann man kaum sagen, denn auch am späten Samstagabend sind die Strassen voll von Autos und Menschen … jedenfalls war ich geschafft und bin mehr oder weniger sofort ins Bett gefallen.

Der Flug jedenfalls war besser als erwartet (bissl Flugangst halt), auch wegen des ausgezeichneten Essens bei Turkish Airlines, das schonmal einen kleinen Vorgeschmack (im wahrsten Sinne des Wortes) auf Istanbul gegeben hat.
Erste Ansichten von Istanbul bekamen wir auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel; die ersten Moscheen, das Meer, der Verkehr, neue Vokabeln auf den vielen Schildern… ;-) Vom Hotel aus (das erfreulicherweise gratis W-LAN hat, leider aber mit Facebook-Sperre) ging es dann auf einen ersten Erkundungsspasziergang über DIE Flaniermeile der Stadt, der İstiklal Caddesi, bis hinauf zum Taksim. Nach einem klitzekleinen Mahl…

…in einem anatolischen Restaurant trafen wir dann noch einen alten Freund unseres Lehrers, der uns auf die oben schon erwähnte nächtliche Tour mitnahm, damit wir den Bosporus auch noch schnell in all seiner Lichterpracht sehen konnten.


Heute schließlich ging es dann mit Tünel und Tramvay eigentlich zum Kapalı Çarşı (dem großen Basar), der aber leider geschlossen hatte, also haben wir uns die Sultanahmet-Moschee (“Blaue Moschee”) und die Hagia Sophia angeschaut und sind insgesamt viel herumgelaufen. Die zwei augenfälligsten Dinge: jeder will dich in sein Lokal locken oder Dir etwas verkaufen (Stadtpläne, Taschentücher, Essen, Regenschirme, Taubenfutter, …) und es leben viele Hunde und vor allem Katzen mehr oder weniger wild auf den Strassen der Stadt. An letzteren kann ich nie vorbeigehen, ohne mindestens ein Foto zu machen, was schon zur Belustigung meiner Reisegruppe beigetragen hat.
Nachher geht’s dann noch zum Abendessen mit Fisch, Rakı und Bauchtanz, was irgendein anderer von Alis Freunden für uns organisiert hat. Hoffentlich geht’s nicht so lang, ich bin jetzt schon bissl müde… ;-)

Der Pauls sagt: Morgen mal kein Regen – das wär schön…


Oetti hätte seine Freude

4. Februar 2010

Wer mich kennt, kennt meinen Kampf gegen überflüssige Anglizismen. Die Betonung liegt dabei auf “überflüssig”. Den “Computer” oder den “Job” oder den “Service” abschaffen zu wollen, ist natürlich Humbug. Aber warum man “Service Point” sagen muss, obwohl es die (international verständliche) “Information” auch tut, ist mir zum Beispiel ein Rätsel. Alles nachzulesen beim Meister…

Und so verstehe ich auch nicht, was an “Leben in der Stadt” so falsch sein soll….

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Der Pauls sagt: Wenn’s wenigstens sprachlich schön wär…

Bir gün, bir kelime: kurmak – bauen


(Diesmal nur ein) Bild eines Wochenendes

31. Januar 2010

Gesehen in Frankfurt:

Der Pauls sagt: Netter Werbespruch, aber beim Namen fehlt doch ein “S” vorne, oder? ;-)

Bir gün, bir kelime: tabelâ – (Hinweis-)Schild


The Bunny of the Ulmer Playboy Mansion

26. Januar 2010

Der Pauls sagt: fragt sich: Ja ist denn bei meinen Nachbarn schon Ostern?

Bir gün, bir kelime: tavşan – Hase


Bilder eines Wochenendes (3)

24. Januar 2010

An diesem Wochenende habe ich ein Angebot des “Spazz” ausgeschlagen…

…dank meines Vollkorn-Semmelbrösel-Fundes von neulich nach langen Jahren mal wieder ein Kindheitsessen nach Familientradition genossen…

…aber das größte Highlight war meine Lieblingssendung “Kunst und Krempel”, ausgerechnet in der von mir eher weniger geliebten und recht neuen Kategorie “Design”. Das Möbelstück, das dort vorgestellt wurde, der sogenannte “Bofingerstuhl”, erkannte ich sofort – es ist der Stuhl, der zu Hunderten in meiner ehemaligen Schule benutzt wurde! Deswegen wußte ich auch noch bevor die Experten es sagten, dass dies ein Stapelstuhl ist: ich weiß nicht, wie oft ich in meiner Eigenschaft als Mitglied der Big Band oder der Theatergruppe des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Kleve-Kellen unter der Aufsicht des Hausmeisters stapelweise dieser Stühle per Karre aus dem Lagerraum in die Aula das “Pädagogische Zentrum” gefahren und aufgebaut habe, weil ein Konzert oder eine Vorführung anstand.
Tatsächlich wurde der Stuhl hauptsächlich in dern 70ern im öffentlichen Raum verwendet, erfuhr ich von den Fernseh-Experten, was sich mit dem Gründungsjahr 1969 meiner Schule deckt. Inzwischen sind die Stühle längst durch modernere Exemplare abgelöst worden, die aber wegen ihrer Gewöhnlichkeit vermutlich niemals irgendwann bei “Kunst und Krempel” zu sehen sein werden. Mensch, wenn wir damals gewußt hätten, dass wir da auf berühmten Stühlen sitzen…

Der Pauls sagt: Was es noch lustiger macht, ist die Namensgleichheit des Bofingerstuhls mit einem Kollegen… ;-)

Bir gün, bir kelime: un – Mehl


Sperrung (Update)

20. Januar 2010

Ist doch immer mal wieder praktisch, beim Radio zu arbeiten. Die Kollegen aus unserer Ulmer Regionalredaktion konnten mir sofort sagen, was Sache ist an besagter Unterführung: sie wird mal wieder von den Graffiti gereinigt. Wenn das so ist könnte es sein, dass in der Nacht schon wieder ein paar dazu gekommen sind, denn heute morgen bot sich die Absperrung so dar:

Der Pauls sagt: Growdys.

Bir gün, bir kelime: merdiven – Treppe


Sperrung

19. Januar 2010

Ein bißchen mulmig war mir immer schon zumute bei meinem fast täglichen Gang durch die Fußgängerunterführung an der Ecke Frauenstrasse/Olgastrasse hier in Ulm. Denn das neueste Bauwerk ist die nicht gerade und wenn just in dem Moment die Strassenbahn oben fährt, donnert und rumort es schon gewaltig. Ich weiß ja nicht, ob’s mit meinem mulmigen Gefühl zu tun hat, aber seit gestern ist kein Durchkommen mehr:

Der Pauls sagt: Unheimlich.

Bir gün, bir kelime: korku – Angst


Bücherregal (02 und 03/2010)

17. Januar 2010

Jean-Christophe Grangé – Der Flug der Störche

Ein Buch, auf das ich ein ganzes Jahr gewartet habe. 364 Tage, um genau zu sein, denn so lange war es mir von einem guten Freund als Geschenk angekündigt worden, sein Lieblingsbuch. Er hat es übrigens auch als Hörbuch gehört, was noch gruseliger sein soll, als in der gedruckten Version. Stichwort gruselig: wenn Ihr den Film “Die purpurnen Flüsse” mögt, ist das Buch was für Euch, denn Jean-Christophe Grangés gleichnamiger Debutroman war die Vorlage zu diesem Film und er bleibt seinem Stil treu.

Die Geschichte: Weil seine geliebten Störche im Frühjahr nicht von ihrem Sommerlager in Afrika nach Europa zurückgekehrt sind, beauftragt ein Schweizer Ornithologe den jungen Louis Antioche damit, diesmal die lange Wanderung der Vögel zu begleiten, um das Rätsel zu lösen. Auf seiner monatelangen Odyssee durch die halbe Welt kommt Louis diesem Geheimnis auf die Schliche, was sein Leben in mehrfacher, unerwarteter Hinsicht verändern wird.

Der Pauls sagt: Ein Thriller, der den Namen verdient und vor allem in der zweiten Hälfte ein echter “Pageturner” ist, mit einem Helden, der gerade weil er irgendwie “kaputt” ist, von Anfang an sympathisch wirkt. Der ein oder andere Aspekt der Auflösung ist zwar vorhersehbar, das trübt das Vergnügen aber in keinster Weise.

Stefan Zweig – Schachnovelle

Bücher, die nicht auf meiner “Bücher, die ich lesen will”-Liste stehen, versuche ich zu vermeiden, einfach weil die sonst länger und länger wird. Und um Klassiker bzw. “große” Literatur mache ich sowieso gerne einen Bogen, zugegebenermaßen oft vermutlich lediglich aus Vorurteilen. Aber wenn ich Bücher geschenkt oder – wie hier – mit Empfehlung ausgeliehen bekomme, bin ich gerne neugierig und bereit, vor allem wenn es sich um so ein schmales Bändchen von gerade mal 100 Seiten handelt, das sich gemütlich in anderthalb Stunden lesen lässt.

Die Geschichte: Auf einem Kreuzfahrtschiff treffen in den 30er/40er Jahren ein aktueller Weltschachmeister und der ehemalige Gestapo-Häftling Dr. B. zusammen. Der Leser erfährt etwas über die Persönlichkeit des Schachmeisters, vor allem aber über den Psychoterror der Isolationshaft, den Dr. B. erleiden musste und den er nur mit Hilfe des Schachs überstand. Schließlich treffen die beiden zu einer Partie zusammen, eine Partie die so beide noch nicht erlebt haben.

Der Pauls sagt: Vor dem großen Namen des Autors und des Buches braucht man wirklich keinen Respekt zu haben, der Text liest sich leicht und flüssig, hier wird einfach eine Geschichte erzählt. Und ob es hier im Kern nun “nur” um Kritik an den Nazis geht oder noch mehr dahintersteckt, mag jeder für sich selbst ergründen, wenn er denn mag. Nötig für den Lesespaß ist es nicht. Ein interessantes Psychogramm zweier in unterschiedlichem Sinne Wahnsinniger.

Bir gün, bir kelime: satranç – Schach