Bücherregal (22/2011)

24. Juli 2011

Truman Capote – Marilyn & Co.

Eine kleine Rezension zu einem kleinen Büchlein.

Darum geht’s: Der berühmte Schriftsteller Truman Capote (“Breakfast at Tiffany’s”) hat immer wieder Porträts ebenso oder noch berühmterer Zeitgenossen geschrieben, die in diesem hübschen Band neu zusammengestellt wurden. Die namensgebende Marilyn Monroe  ist dabei, aber ebenso Elizabeth Taylor, Louis Armstrong oder Marlon Brando. Teils umfassen Capotes Beobachtungen gerade mal zwei, teils gut 80 Seiten, aber immer ist er dem Menschen hinter dem Star auf der Spur.

Der Pauls sagt: Ein Literat mit toller Beobachtungsgabe ganz nah an den großen Stars seiner Zeit. Das kommt vermutlich nie wieder.

Bir gün, bir kelime: gözlemek – beobachten


Bücherregal (21/2011)

17. Juli 2011

Greg Ames – Buffalo Lockjaw
(dt. Titel: Der bisher beste Tag meines Lebens)

Die Geschichte: James ist Ende 20 und von seinen großen Plänen  ist nichts übrig geblieben. Als Texter für Grußkarten arbeitet er in New York, wo er in einer WG wohnt, keine Beziehung auf die Reihe bekommt und so seine kleinen Problemchen mit dem Alkohol hat. Zu den Feiertagen reist er in seine Heimatstadt Buffalo mit einem Plan in der Tasche – seine mit Demenz im Pflegeheim lebende Mutter von ihrem Leiden zu erlösen. In Buffalo trifft er auf sein früheres Leben und die Leute, die davon noch in der Stadt hängengeblieben sind, seinen Vater, zu dem er immer noch keine wirkliche Beziehung aufbauen kann und auf seine Schwester, die es zu Erfolg und Glück gebracht hat – und so muss er sich nicht nur mit der Frage nach Leben und Tod der eigenen Mutter auseinandersetzen, sondern auch mit seinem eigenen Leben.

Der Pauls sagt: Eine amerikanische Familiengeschichte, die mag ich einfach. Ein aktuelles Thema für meine Generation – haben wir erreicht, was wir wollten? Wie gehen wir damit um, wenn unsere Eltern zum Pflegefall werden? Ein “Heimatroman” – wie sehr prägen uns unsere geographisch-sozialen Wurzeln und ist wirklich anders/besser, wer nicht in der Provinz geblieben ist?

Bir gün, bir kelime: köken – Herkunft, Wurzel(n)


Bücherregal (20/2011)

6. Juli 2011

Thomas Pynchon – Inherent Vice
(dt. Titel: Natürliche Mängel)

Der amerikanische Autor Thomas Pynchon ist (außer dadurch, dass er sich seit 40 Jahren nicht in der Öffentlichkeit hat blicken lassen) vor allem durch seine komplexen Romane bekannt und so hatte ich mich bis jetzt nicht an eines seiner Werke herangetraut. “Inherent Vice” sei ein eher untypisches Werk für ihn, hörte ich in einer Rezension und da es sich auch noch um eine Detektivgeschichte handelt, dachte ich, ich könnte es mal versuchen. Und weiß nun, dass ich ein weiteres (vielleicht typischeres) Pynchon-Buch wahrscheinlich eher nicht lesen werde…

Die Geschichte: Los Angeles zu Beginn der 70er Jahre. Privatdetektiv Larry “Doc” Sportello ist im Milieu der Kiffer, Hippies und Surfer daheim. Als ein örtlicher Baulöwe und Liebhaber seiner Ex-Freundin verschwindet, versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen, während Polizei, FBI und ein mysteriöses Syndikat ihm Steine in den Weg legen.

Der Pauls sagt: Mehr als in dieser kurzen Inhaltsangabe lässt sich über die Geschichte eigentlich nicht sagen, denn wichtiger als die Handlung scheint dem Autor die üppige Beschreibung des “Settings” dieses Romans zu sein – ständig wird gekifft, gegessen, mit dem Auto gefahren, Fernsehen geschaut und Musik gehört. Die Fülle an Personen, die irgendwie oder auch nicht mit Docs “Fall” zu tun haben, ist nahezu verwirrend. Und mittendrin eine Hauptfigur, die eigentlich nicht wirklich Detektivarbeit leistet, die eigentlich nicht wirklich etwas herausfindet, sondern sich treiben lässt, der beinahe zufällig neue Informationen zufliegen. Im Grunde überhaupt nicht mein Fall, dieses Buch, was mich bei der Stange gehalten hat, sind die vielen witzigen Dialoge zwischen schrägen Gestalten.

Bir gün, bir kelime: detektif – Detektiv


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