Ferdinand von Schirach – Verbrechen
Darum geht’s: Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt, Strafverteidiger um genau zu sein, und erzählt in diesem Buch einige Fälle aus seiner Tätigkeit. Zum Beispiel, wie ein angesehener Arzt die jahrzehntelange heftige Demütigung durch seine Frau beendet, indem er ihr Leben beendet – wie ist so ein Mann zu bestrafen? Oder der Fall, in dem ein mutmaßlicher Profikiller ohne Identität von zwei Neonazis angegriffen wird und sie tötet – ist das noch Notwehr? Oder der Mann, der aus lauter Verzweiflung eine Bank überfällt, um endlich wieder zu Frau und Kindern nach Afrika zu können, zu denen man ihn nicht zurückkehren lassen will…
Der Pauls sagt: “Stories” nennt Ferdinand von Schirach sein Buch im Untertitel und tatsächlich beginnt er die Beschreibungen seiner Fälle nicht mit dem Zeitpunkt, an dem er als Rechtsanwalt die Bühne des Geschehens betritt, sondern erzählt die Geschichte von Anfang an. Als Verteidiger ist es dabei natürlich seine Aufgabe, auf Seite seiner Mandanten zu stehen, dennoch gelingt ihm, einigermaßen neutral zu beschreiben, wie den Menschen das passiert ist, was die Justiz auf den Plan rief. Es sind kleine Krimis, die sich ein Schriftsteller nicht besser ausdenken könnte, es ist auch ein kleines Lehrbuch über das Justizsystem in Deutschland. Inzwischen gibt es mit “Schuld” auch eine Fortsetzung, auf die ich mich jetzt freue!
Bir gün, bir kelime: suç işlemek – ein Verbrechen begehen




